Sprachen sind der Schlüssel zur Welt. Wir beginnen am Görres in Klasse 5 zeitgleich mit den Fremdsprachen Englisch und Latein. Dies eröffnet zusammen mit dem Fach Deutsch großartige Möglichkeiten, Sprachenlernen nicht voneinander losgelöst, sondern vernetzt zu betrachten. Das Stichwort dafür heißt bei uns: L-E-D! Latein – Englisch – Deutsch!

 

Im Lateinunterricht ist Deutsch sowohl die Unterrichtssprache als auch die Zielsprache. Das heißt, dass wir lateinische Texte ins Deutsche übersetzen und uns dabei präzise und in Ruhe Gedanken darüber machen, welche Bedeutung eigentlich genau hinter den fremdsprachlichen Wendungen steckt und wie wir dieser am treffendsten im Deutschen entsprechen können. Dadurch trainieren wir den deutschen Ausdruck und erweitern unseren Wortschatz. Im Englischunterricht sprechen wir Englisch. Ziel ist es, sich in unserer modernen Welt auf Englisch verständigen zu können. Das fällt unseren Schülerinnen und Schülern leichter, weil sich Sprachreflexion und Kommunikation dabei gegenseitig als zwei Seiten des Sprachenlernens schon ganz früh ergänzen.

Sprachenlernen funktioniert lernpsychologisch erwiesen über Vernetzung. In unserem Trio L-E-D fungiert Latein als Brücke, als Modell für jede weitere Sprache, die man lernen möchte. Latein eignet sich gerade deshalb als Modell so gut, weil es ja nicht aktiv gesprochen wird – wie wir es im Englisch- und Deutschunterricht tun – und alle mit denselben Voraussetzungen starten. Wer einmal verstanden hat, wie Sprache funktioniert, kann dieses Wissen auf jede Sprache übertragen. Dabei kann es um grundlegende Gemeinsamkeiten von Sprachen gehen, z. B. die Bestandteile von Worten und Sätzen, die Unterscheidung von Wortarten usw. Woher weiß ich z. B., ob in einer Geschichte von einem oder mehreren Menschen die Rede ist? Das funktioniert immer gleich – nämlich, indem das Wort sich verändert: pirata – piratae, the pirate – the pirates, der Pirat – die Piraten! Dieses Beispiel zeigt auch, wie sinnvoll die Vernetzung des Sprachenlernens im Bereich des Wortschatzes ist, weil viele Wörter aus dem Lateinischen ins Englische und Deutsche eingegangen sind.

Die Antike ist nicht nur das Fundament der europäischen Kultur, sondern diese verbindet uns länderübergreifend in Europa und darüber hinaus bis heute. Die Anfänge unserer Fußballstadien als Massenunterhaltungsorte liegen zum Beispiel im Circus Maximus im alten Rom. Heute befindet sich eines der größten Stadien Europas in London: Das Wembley-Stadion, in dem die englische Nationalmannschaft spielt. Sogar unser Düsseldorfer Fußballverein hat einen lateinischen Namen: Fortuna – Glück! Im Lateinunterricht kann man über die antike Kultur sprechen, sich mit ihr vergleichen und Entwicklungen aus einer historischen und eigenen Perspektive beurteilen. Daraus können wir Schlüsse ziehen, was uns als Menschen antreibt, fasziniert, ausmacht und verbindet. Latein macht Spaß und es macht nachdenklich!