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Latein in der Sekundarstufe II am Görres-Gymnasium [G9]
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Vorbemerkung
Der Unterricht in der Sekundarstufe II richtet sich nach den Vorgaben des Lehrplans Latein,
Sekundarstufe II, Gymnasium/Gesamtschule. In den Kurshalbjahren 11.1 13.1 müssen von sieben
vorgegebenen Rahmenthemen fünf verschiedene Rahmenthemen ausgewählt werden. Für den
Unterricht in 13.2 besteht keine Festlegung und das Halbjahr kann im Rahmen eines weiteren Themas
zur Wiederholung genutzt werden.
Die folgende Sequenz von 11.1 13.1 ist ein Vorschlag, den sich die Fachkonferenz Latein am
Görres-Gymnasium als Rahmen gesetzt hat, innerhalb dessen Kurshalbjahre gestaltet werden können.
Andere Sequenzen sind ohne weiteres möglich, soweit sie sich an die Vorgaben der Lehrpläne (v.a.
Beachtung der fünf verschiedenen Rahmenthemen) halten.
Der Einzelne in seinem Verhältnis zum Staat (Sequenz 11.1 13.1)
Kurshalbjahr 11.1
Rahmenthema 1: Erleben und Dichten Welterfahrung in poetischer Gestaltung
Kursthema 4: Erlebnis und Kunstgestalt Catull, carmina
Unterthemen:
- Die Lesbia-Gedichte
- Das Gefühl in eine künstlerische Form bringen: "nugae" - Neoteriker - Epigramm - Elegie-
Kleinepos
Das Distichon als die geeignete Form, Gedanken und Gefühle antithetisch darzustellen
- Die politische Invektive
- Rezeptionsgeschichte und Nachwirkung
Kurshalbjahr 11.2
Rahmenthema 6: Mensch, Kultur, Gesellschaft Erfahrene Lebenswirklichkeit im
Spiegel von Texten
Kursthema 1: Alltag in der Kaiserzeit
Haupttext: Plinius, Briefe
Unterthemen:
- "Der Fall Varenus" (Exemplarische Erarbeitung der Gerichtstätigkeit in der Kaiserzeit)
- Plinius als "legatus pro praetore Ponti et Bithyniae consulari potestate" (Briefe aus Buch X)
- Briefe Briefwechsel (Vergleich unterschiedlicher Brieftypen)
- Verhältnis "patronus" "cliens" (ausgewählte Stellen aus Martial und Iuvenal)
- Untersuchung der Wohnsituation wohlhabender Römer im Vergleich zur Wohnsituation
der einfachen Bevölkerung in Rom (z.B. Ausgrabungen in Pompeji u.a.)
Kurshalbjahr 12.1
Rahmenthema 7: Überlieferung und Gegenwart
Kursthema 10: Staatsformen im Vergleich: Der beste Staat damals und heute
Haupttext: Cicero, de re publica (Auswahl)
Unterthemen:
- Frage nach der Ursache der Staatsbildung: Staat als naturgemäßes Bedürfnis der Menschen
- Das Verhältnis von Staat und Staatsform in der Vorstellung Ciceros
- Einführung in die Grundgedanken griechischer Staatsvorstellungen als Quellen Ciceros
- Die Entstehung des Staates nach Hobbes, Locke, Montesquieu im Vergleich
- Frage nach der "besten" Staatsform
- unter dem Aspekt der Verteilung der Macht
- unter dem Aspekt der Kontrolle der Macht
- Bedeutung utopischer Modelle für die Verwirklichung eines "besten Staates (Platon,
Morus)
- "Unter ihrer (sc. der Natur) Führung kann man auf keine Weise in die Irre gehen"
(Cicero, Atticus in: de legibus, I, 20)
- Frage nach den Ordnungsprinzipien
- Verhältnis von Naturrecht, Gesetz, Recht, Gerechtigkeit zueinander (Cic., de leg. I,18ff)
- Ist die Gerechtigkeit ein zentrales Ordnungsprinzip? (Cic., de off., I, 20 - 23)
- Welche Staatsbürger/Staatslenker braucht ein bester Staat (Solon über Verantwortung)
- Kriterien für die Bundesrepublik Deutschland unter dem Aspekt des "besten" Staates.
Kurshalbjahr 12.2
Rahmenthema 4: Staatstheorie und Staatswirklichkeit Die Auseinandersetzung
über Staat und Politik in lateinischen Texten
Kursthema 4: Romidee und Romkritik
Haupttext: Vergil, Aeneis (Ausz. aus B 1,4,6,10,12; Ekloge I,4)
Unterthemen:
- "Denn aus erlauchtem Geschlecht entspringt der trojanische Caesar" (Aen.,I, 286)
- Verheißung eines jugendlichen Retters in Zeiten düsteren Bürgerkrieges: (Weg aus
der Krise)
- Frage nach der Wirksamkeit solcher Verheißungen
- "Tantae molis erat Romanam condere gentem" (Aen., I, 31)
- Dem angekündigten Retter entspricht ein Volk, das ein Sendungsbewußtsein
empfindet: Glaube an einen göttlichen Auftrag und Begünstigung durch die Götter:
ein neues "goldenes Zeitalter".
- dazu als Gegentext: Sallust, coniuratio Catilinae (cap. 5-13): Die Geschichte Roms
entwickelt sich in gegenläufiger Tendenz: vom besten zum schlechtesten Staat
- Auseinandersetzung mit der augusteischen Romideologie.
- Aeneas als Verkörperung römischer Ideale.
- "pius Aeneas" : exemplarische Betrachtung in Bezug auf:
- seinen Vater Anchises
- Dido
- seinen Glauben an die Götter
- Aeneas als "Prototyp" des Augustus
Kurshalbjahr 13.1
Rahmenthema 5: Erkennen und Handeln - Antworten der Philosophie und Religion
Kursthema 5: Der Weise und die Welt - philosophische Durchdringung des Alltags
Haupttext: Seneca, epistulae morales (Auszüge)
Unterthemen:
- Die Ausprägung der stoischen Philosophie bei Seneca
- Systematisierung der Lehre
- Geschichte und Wirksamkeit der Stoa (Schwerpunkt "Ethik")
- Das Leben des stoischen Philosophen
- der Philosoph im Verhältnis zum Kosmos, dem Götlichen, der Natur (Problem: Freiheit
"fatum" - "providentia")
- der Philosoph im Verhältnis zu sich selbst: materielle Güter - "summum bonum" -
"secundum naturam vivere" - "affectus"
- der Philosoph im Verhältnis zum Mitmenschen und zur Gemeinschaft
- der Philosoph im Verhältnis zu Leben und Tod (Problem der Selbsttötung)
- Die Person Senecas in der Kritik
- Seneca und seine Nähe zum Christentum (Auffassung von Körpeer und Seele)
© FK Latein des Städt. Görres-Gymnasiums Düsseldorf