Goerres-Eule
Hinterglasbild, Jodie, 6a, 2009-10

 

Städtisches Görres-Gymnasium Düsseldorf

Humanistisches Gymnasium seit 1545

 

 

Navigation

Görres aktuell









 

[zurück zur Übersicht "Geschichte"]

Wer war Joseph Görres?

Von Dr. Anke Manuwald



Inhalt


Seit 1947 heißt unsere Schule 'Görres-Gymnasium', und das 'Görres' ist im Schulleben selbstverständlicher Begriff. Stolz verkündet ein Slogan: "Ich stehe - Ich gehe auf Görres!" Was es aber bedeutet, wenn eine Schule so heißt, darüber denken wir in der Regel kaum nach. Ein 450jähriges Jubiläum scheint daher ein guter Anlaß, das dann doch einmal zu tun.
Daß sich die Namensgebung auf Joseph Görres (1776-1848) bezieht und daß dieser Zeitungsartikel und Bücher geschrieben hat, wissen wohl noch viele. Aber anzugeben, wer dieser Mann war und was als das Besondere an ihm gilt, erscheint schon etwas schwieriger. Diese Schwierigkeit ist auch in Görres' Persönlichkeitsstruktur und seinem Leben selbst begründet, das von außerordentlichen Wechseln und Widersprüchen gekennzeichnet war. Görres selbst sprach davon, als er 1827 schließlich Professor in München wurde, daß damit sein sechstes oder siebtes Leben beginne. Man kann mit gleichem Recht behaupten, daß Görres ein Revolutionär war, der für die Ideale der Französischen Revolution schwärmte, wie ihn als einen überzeugten Monarchisten vereinnahmen. Er war für den Anschluß der linksrheinischen Gebiete an Frankreich und hoffte andererseits später auf die Erneuerung eines Reiches deutscher Nation. Man kann aus seinen Schriften ebenso belegen, daß er den "Catholicismus" für gesetzwidrig hielt, wie sich auf überzeugende Streitschriften für den Katholizismus berufen. Görres war Autodidakt, war auch nie eigentlich ein Wissenschaftler und war dennoch als beeindruckender Professor tätig. Görres' wortgewaltige Schriften hatten eine ungeheure Wirkung, andererseits wurde er auch als wenig schöpferisch, unpoetisch und hölzern empfunden. Ein verwirrender Befund - "ein Mann, der aus Männern besteht", so hat 1822 Jean Paul in bezug auf Görres gesagt. Was man auch auf dessen Vielschichtigkeit beziehen kann. Wie soll man da herausfinden, warum eine Schule, unsere Schule, nach Görres benannt wurde? Es ist ganz klar, daß es nicht um das Aufzeigen einer einzelnen großen Tat, um eine so ohne weiteres faßbare Leistung geht. Denn wird ein Aspekt isoliert betrachtet, läßt sich dagegen aus Görres' Äußerungen selbst gleich wieder eine Gegenposition anführen. Darum bleibt kein anderer Weg, als Görres' Leben und Wirken in seiner Zeit zu betrachten, um ihm gerecht zu werden.

 

Kindheit und revolutionäre Jugendzeit - in Koblenz

Görres wurde am 2. Januar 1776 in Koblenz geboren, damals Residenzstadt des Erzstiftes Trier unter dem frommen Kurfürst-Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Er verbrachte insgesamt mehr als 40 Jahre seines Lebens in Koblenz, und von daher rührt seine besondere Liebe zum Rhein und zum Rheinland. Seine Mutter war Italienerin, sein Vater stammte aus einer Familie von Kleinbauern, Winzern und Handelsleuten und war selbst ein wohlhabender Holzhändler. Görres erlebte in seiner Kindheit ein einfaches und patriarchalisch wohlgeordnetes Familienleben. Er wuchs einsam auf, wie er später selbst berichtet, man überließ ihn weitgehend sich selbst. Im elterlichen Haushalt gab es kein Lexikon und fast keine Literatur. Auch auf dem Gymnasium in Koblenz lernte Görres wenig Literatur kennen, wohl aber aufklärerisches Fortschrittsdenken des 18. Jahrhunderts. Er begeisterte sich für Geschichte, Erdkunde und Naturwissenschaften. Aus Ärger über ein schlechtes Lehrbuch schrieb er sich sogar eine eigene Geographie.
1793 verließ Görres das Gymnasium, um in Bonn Medizin zu studieren, was wegen der Wirren der Zeit jedoch nicht möglich war. So blieb er zu Hause (bis 1799) und bildete sich selbst weiter in Medizin, Mathematik und Naturwissenschaften. In dieser Zeit erfaßte Görres eine schwärmerische Begeisterung für die ldeale der Französischen Revolution - Freiheit und Gleichheit: er fühlte sich berufen, als philosophischer Politiker der Menschheit den Weg zu einer sittlichen Bestimmung zu zeigen. Nach dem Einmarsch der Franzosen ins Rheinland (1794) nutzte Görres die damit gegebene Möglichkeit, seine Ideen öffentlich zu äußern. Er wurde Publizist, von Anfang an mit großer Wirkung. Seine Schriften offenbaren eine ungeheure Revolutionsbegeisterung: die überkommenen Herrschaftsstrukturen von Staat und Kirche werden abgelehnt. Frankreich wird als Heimat der Menschheit betrachtet, von wo aus sich Freiheit und Republikanismus zum Wohl der Menschheit verbreiten werden. Deutschlands Beitrag zu einem allgemeinen Frieden der Völker sieht Görres in der deutschen Philosophie des 18. Jahrhunderts, vor allem in der Ethik Kants.
Auf dieser philosophisch-politischen Basis beruhte Görres' Teilnahme an den Bemühungen, die linksrheinischen Gebiete zu einer "cisrhenanischen Republik" zu vereinigen mit schließlichem Anschluß an Frankreich. Der Einmarsch französischer Revolutionstruppen machte jedoch dieses Vorhaben zunichte. Und Görres' Revolutionsbegeisterung wich Ernüchterung und Empörung über die Gewaltherrschaft der Republik. Görres erkannte, daß es darum ging, Menschenwürde und Freiheit zu sichern, sowohl gegen absolutistische Fürsten als auch gegen demokratische Willkür. Sein Glaube, daß ein Fortschreiten der Menschheit zum Ideal der Kultur und Humanität erreichbar sei, blieb allerdings unerschüttert, sogar als er von den Franzosen 1799 als republikfeindlich für drei Wochen verhaftet wurde. Seine Idee war nunmehr, daß die Zeit für die Einführung einer Demokratie eben noch nicht reif sei und daß die wünschenswerte Anarchie (also keine Herrschaft, weil man keiner bedürfe) in der endlichen Zeit nicht eintreten werde. Als Görres 1799 als offizieller Beauftragter, um die Beschwerden der Koblenzer über die französische Besatzung vorzubringen, nach Paris geschickt wurde, hatte mit Napoleons Staatsstreich die Revolution gerade ihr Ende gefunden. Görres war zutiefst enttäuscht durch seine Pariser Erfahrungen, die Revolution habe ihren Zweck völlig verfehlt. Seine eigene Mission erwies sich als erfolglos.

 

Lehrer am Gymnasium - in Koblenz

Görres wurde nie mehr unmittelbar politisch aktiv, als politischer Journalist blieb er lange stumm. Seinen Glauben an die Möglichkeit, die Lage der Menschheit durch Vernunft zu bessern, wollte er sich aber nicht nehmen lassen. Er suchte neue Orientierungspunkte, indem er sich der Vergangenheit zuwandte. Görres begann neben selbständigen naturwissenschaftlichen Studien, die zu einem eigenen naturphilosophischen System der Universalität führen sollten, die historische Vergangenheit und die Literatur des eigenen Volkes zu entdecken, während er als Lehrer für Physik und Chemie an seinem Koblenzer Gymnasium tätig war. Aus den 'Aphorismen über Kunst', die Görres 1801 veröffentlichte, geht hervor, daß er jetzt glaubte, das Ideal der Menschheit liege nicht in der Zukunft, sondern die Menschheit habe in der Vergangenheit bereits ihr Ziel erreicht gehabt, es durch eigenes Verschulden aber wieder verloren. Herders Vorstellungen wirken dabei nach. Gegen den Rationalismus der Aufklärung entwickelte Görres sein neues Weltbild, das auf die Idee der Gottheit gegründet ist, aus der alles Irdische komme. Als die Menschheit jung war, habe sie in ihrer Unschuld noch in die Geheimnisse des Göttlichen blicken können und dann in ihren Mythen die Wahrheit am reinsten erhalten. Die Religion wurde für Görres zur gemeinsamen Wurzel, in der Kunst und alle Wissenschaft zusammenliefen. Diese Religion aber, die ihre äußere Konstruktion in der Kirche gefunden habe, war für ihn eher eine überkonfessionelle Universalreligion: Im Protestantismus sah er die Freiheit, im Katholizismus die Idee der Einheit, die Poesie aber im Naturkult des Heidentums.
Görres' tatsächliche Haltung zur Kirche in dieser Zeit wird besonders deutlich daran, daß er, als er 1800 seine aus einer der Aufklärung zugewandten Familie (die neuen Verwandten fanden ihn übrigens unerträglich langweilig!) stammende Braut Katharina von Lassaulx heiratete, sich nicht kirchlich trauen ließ und daß die beiden ersten seiner drei Kinder erst später getauft wurden. Erst ab ungefähr 1820 begann er, sich wieder ins Leben der katholischen Kirche einzugliedern.
Das geistige Leben in dem von Frankreich besetzten Rheinland war damals nicht besonders anregend, die Zustände im Lande bedrückten Görres. Er versuchte sich neben seiner Lehrtätigkeit in der Schule als Arzt und lernte mit seiner Frau das Altdeutsche. Seit 1804 veröffentlichte er in der Münchener Zeitschrift 'Aurora' Aufsätze über Kunst, wobei er etwa eine aufklärerische Betrachtung des Mittelalters ablehnte, aber romantische Schwärmerei ebenso. Diese Beiträge in der 'Aurora' hatten so großen Erfolg, daß Görres sich Hoffnung machen konnte, nach Bayern auf eine Professur berufen zu werden. Aber die Pläne zerschlugen sich, was Görres sehr verbitterte. Die Mitarbeit an der 'Aurora' hörte auf.

 

Lehrtätigkeit an der Universität - in Heidelberg

1806 jedoch wurde einer Bewerbung in Heidelberg Vorlesungen über Philologie und Philosophie halten zu dürfen, wegen der Qualität seiner Schriften stattgegeben. Und so unterrichtete Görres, der nie an einer Universität studiert hatte, von 1806 bis 1808 Studenten in 'Philosophie, Physiologie, Organpöie, Psychologie, Anthropologie, Ästhetik, spekulativer Physik, Himmelkunde, Hygiene und altdeutscher Literatur', "ein wahnsinniges Programm", wie der Philosoph Schelling bemerkte. Görres hatte dabei das Ziel, eine universale Darstellung der gesamten Geistes- und Naturwissenschaftten zu geben, eine mythische Weltdeutung. Joseph von Eichendorff sah die Wirkung von Görres in Heidelberg so:

"Es ist unglaublich, welche Gewalt dieser Mann, damals selbst noch jung und unberühmt, über alle Jugend, die irgend geistig mit ihm in Berührung kam, nach allen Richtungen hin ausübte. Und diese geheimnisvolle Gewalt lag lediglich in der Großartigkeit seines Charakters, in der wahrhaft brennenden Liebe zur Wahrheit und einem unverwüstlichen Freiheitsgefühl, womit er die einmal erkannte Wahrheit gegen offene und verkappte Feinde und falsche Freunde rücksichtslos auf Tod und Leben verteidigte; denn alles Halbe war ihm tödlich verhaßt, ja unmöglich, er wollte die ganze Wahrheit. Wenn Gott noch in unserer Zeit einzelne mit prophetischer Gnade begnadigt, so war Görres ein Prophet, in Bildern denkend und überall auf den höchsten Zinnen der wildbewegten Zeit weissagend, mahnend und züchtigend, auch darin den Propheten vergleichbar, daß das 'Steiniget ihn!' häufig genug über ihm ausgerufen wurde."
Tatsächlich wurde Görres in Heidelberg angefeindet, vor allem von Rationalisten. Schließlich sah er sich in der Hoffnung getäuscht, eine feste Anstellung in Heidelberg zu finden. Er fühlte sich ohnehin immer fremd in Heidelberg, näheren Umgang scheint er nur mit den Romantikern Clemens von Brentano, Achim von Arnim und einigen anderen gehabt zu haben. Dennoch ist der Ertrag seiner Werke, die in dieser Zeit mit ihren Freund- und Feindschaften ihren Ursprung haben, enorm, so etwa eine vierbändige "Mythengeschichte der asiatischen Welt" und eine auf mythengeschichtlicher Betrachtung fußende neue Geschichtsdeutung in 'Wachstum der Historie', worin Geschichte als Widerspiel von Freiheit und Naturnotwendigkeit verstanden wird, vor aller Geschichte bestehe die Religion. Die Beschäftigung mit der Geschichte, auch des eigenen Volkes, die für ihn nie distanzierte wissenschaftliche Geschichtsdeutung war, sollte aber nach Görres nicht zu einer Nachahmerei des Vergangenen führen, sondern von deren Wiederentdeckung erwartete Görres Impulse für eine nationale und politische Wiedergeburt Deutschlands.

 

Wieder Lehrer am Gymnasium und Herausgeber des 'Rheinischen Merkur' - in Koblenz

Nach der Rückkehr nach Koblenz 1808 nahm Görres seine Lehrertätigkeit an der Schule wieder auf und führte eine Art Einsiedlerdasein. Weitere Bewerbungen an Universitäten zerschlugen sich, mühsam mußte Görres für den Unterhalt seiner Familie sorgen. Er beschäftigte sich mit Studien über das Volkslied und wieder mit Naturwissenschaften. Nebenbei lernte er in einem Jahr Persisch und erstellte eine übersetzung, die später veröffentlicht wurde.
Aus der Hinwendung zur vaterländischen Vergangenheit und Literatur, die ab 1812 verstärkt dem Altdeutschen galt, erwuchs bei Görres ein Beitrag zur politischen Gesinnung und geistigen Erneuerung Deutschlands: Nach der Niederlage Österreichs veröffentlichte er 1810 die Schrift 'über den Fall Teutschlands und die Bedingungen seiner Wiedergeburt'. Görres erklärte die Niederlage Österreichs mit der deutschen Uneinigkeit und empfahl die Schaffung einer nationalen öffentlichen Meinung, eines völkischen Gesamtgewissens. Görres beendete damit seine politisch-publizistische Enthaltsamkeit und wurde zum Vorreiter eines deutschen Patriotismus: aber noch glaubte er nicht an die Befreiung von der verhaßten napoleonischen Fremdherrschaft. Mit der Befreiung der linksrheinischen Gebiete von Napoleons Herrschaft im Januar 1814 begann dann für Görres die große publizistische Tätigkeit. Seine Zeitung, der 'Rheinische Merkur', wurde zu einer Großmacht im weiteren Kampf gegen Napoleon, und mit ihr schuf Görres dem nationalen Gedanken ein Sprachrohr. Mit gewaltiger sprachlicher Kraft kämpfte er für die Freiheit und das Recht, für den freien Rhein als "Deutschlands hochschlagende Pulsader". Er trat für eine freie organische Verfassung ein, wie sie dem Geist des Volkes, der auf Reform und staatliche Erneuerung hoffenden öffentlichen Meinung entspreche. Er forderte für Deutschland eine starke Einheit in freier Vielfalt und stellte sich einen friedlichen Dualismus von Preußen und Österreich vor. Träger der Reichskrone sollte für ihn das Haus Habsburg sein, die neue Großmacht Preußen müsse sich erst zu einer deutschen Macht entwickeln. Nicht auf Konservierung alter Formen komme es nun an, sondern auf die Rettung des "innewohnenden Wesens". Man solle aber auf keinen Fall alles Alte radikal vernichten.
Görres' Wirkung durch den 'Rheinischen Merkur war so außerordentlich, daß ein französischer Journalist ihn 1814 den "vierten Alliierten" (der heiligen Allianz von Preußen, Rußland und Österreich gegen Frankreich) nannte. Und Heinrich Heine, ein 'Ehemaliger' des heutigen Görres-Gymnasiums, sah entsprechend in Görres jemand, der durch nationale Erinnerungen Haß gegen Frankreich predige, was, wenn es wieder zu einem Krieg kommen sollte, später noch seine verderbliche Wirkung zeigen könnte.
Aber Görres selbst handelte aus anderem Antrieb. Er bemerkte bald, daß sich seine patriotischen Erwartungen nach dem Ende der Herrschaft der Franzosen nicht erfüllten, daß es nicht zur Einheit des deutschen Volkes und zu neuen Verfassungen kam. Darum wandte er sich vor allem nach dem Wiener Kongreß - mit Empörung gegen das Versagen der Regierungen in der nationalen Frage, er kämpfte gegen Mißstände in den Fürstentümern und protestantisch-politische überlegenheit. Dadurch wurde Görres den Regierungen lästig. Schon im Sommer 1814 verboten Baden, Bayern und Württemberg den 'Rheinischen Merkur'. 1816 wurde der 'Rheinische Merkur' von den im Rheinland herrschenden Preußen eingestellt. Nur zwei Jahre existierte also der 'Rheinische Merkur', aber er war, wie der Dichter Carl Immermann meinte, das Gewissen dieser Zeit. Görres wurde dann auch aus dem Schuldienst entlassen. Die Begründung war: Der Staat könne die Erziehung der Jugend nicht einem ehemaligen französischen Jakobiner anvertrauen, und wenn er noch so kenntnisreich sei.
Görres geriet in eine schwierige Situation, nicht zuletzt wegen finanzieller Probleme. Seine Hoffnungen, den 'Rheinischen Merkur' wiederzubeleben oder einen Lehrstuhl an der Universität Bonn zu erhalten, erfüllten sich nicht. Darüber hinaus bedrückte ihn die Arroganz der preußischen Führung und die wirtschaftliche Situation in der Rheinprovinz. Denn früher als fast alle seiner Zeitgenossen nahm er sich der sozialen Probleme an. Er erkannte, daß die Armen wohl Trost von Gott erflehen könnten, daß die irdischen Güter aber an die, wie wir heute sagen würden, Cleveren gelangen, nicht an die Beter. Aus der Armut des Volkes aber resultierte für Görres dessen gieriges, nicht höheren Zielen zugewandtes Leben. Daß die Kirche den Armen in dem verelendenden Deutschland der damaligen Zeit nicht half, hat Görres oft als Versagen des Christentums gegeißelt. Er selbst wurde zur treibenden Kraft bei der Gründung des 'Koblenzer Hilfsvereins', um den Armen nach der Mißernte von 1816 zu helfen. In Maria Laach wollte er eine Schule für verlassene Kinder einrichten. Clemens von Brentano hat später dazu bemerkt, daß Görres' Erbarmen mit den Armen und Hungernden sein bestes Werk, der Koblenzer Hilfsverein seine eigentliche bleibende Tat sei.
Politisch war Görres in dieser Zeit kein Revolutionär mehr, obwohl er auch wegen seines ungepflegten, wilden Äußeren als solcher verdächtigt wurde. Die revolutionäre Freiheit schien ihm zu viel Unrecht angerichtet zu haben, aber er lehnte ebenso den despotischen Absolutismus der Preußen mit seiner bürokratischen Dummheit ab. In der 'Adresse der Stadt Koblenz' trat Görres 1818 mutig gegenüber der Obrigkeit für die Wiederherstellung der Freiheiten der Landschaften und der uralten wahrhaft deutschen Verfassung ein. Er stellte sich nun einen organisch, ständisch gegliederten, auf ewige Gerechtigkeit gegründeten Staat mit einem unverletzlichen, unabhängigen Monarchen an der Spitze vor. Diese Ideen erreichen Unwillen bei den Liberalen und beim preußischen König Friedrich Wilhelm III. Weil Görres sich bemühte, Gegensätze zwischen Volk und Regierung, Kirche und Staat, Liberalen und Konservativen auszugleichen, wurde er von allen abgelehnt.
Görres' zutiefst liberale Grundhaltung in dieser Zeit wird besonders deutlich in 'Teutschland und die Revolution', einer Schrift, die er 1819 verbreiten ließ. Darin mißbilligt er etwa den Mord des revolutionären Studenten Sand an Kotzebue, billigt aber zugleich dessen Motiv. Er prangert die Unfähigkeit und Willkür der Regierungen an und ruft zur Umkehr in Deutschland auf, aber nicht zur Revolution. Er fordert ein starkes Kaisertum, zugleich aber eine liberale Verfassung, Kammern für Stadt und Land, auf Besitz gegründetes Wahlrecht und Trennung von Staat und Kirche. Abgelehnt wird die religiöse Fundierung des Staates. Deutlich ist, daß für Görres die revolutionären Menschenrechte nicht mehr im Vordergrund standen, er mahnte nachdrücklich vor übertriebener Freiheit der Masse und der Demokratisierung. Dasselbe gelte für die Gleichheit. Gerade wegen der von Görres angenommenen Ungleichheit der Menschen vor dem Staat forderte er aber die Toleranz der Gebildeten gegenüber dem einfachen Volk, das er hochschätzte. Die in dem Buch 'Teutschland und die Revolution' erkennbare liberale Konzeption von Görres wurde ihm zum Verhängnis, denn das preußische Kabinett wollte ihn daraufhin verhaften lassen. Zwar konnte er sich mit seiner Familie durch Flucht ins Elsaß retten, doch wurde er für den Rest seines Lebens aus seiner rheinischen Heimat vertrieben, in der seine Kraft und Wirkung gründeten.

 

Flucht über Straßburg ins Exil - in der Schweiz

Am 10. Oktober 1819 ging Görres nach Straßburg, zog nach einem halben Jahr aber weiter in die Schweiz, weil er Idealvorstellungen wie Sittenreinheit und Ausgewogenheit von Freiheit und Autorität in der dortigen Demokratie verwirklicht glaubte.
Vom Dezember 1820 bis Oktober 1821 lebte Görres sehr bescheiden mit seiner Familie in dem aufgeklärt-liberalen Aarau wie viele andere politische Flüchtlinge aus Deutschland. Den eher rationalistischen Leuten von Aarau erschien Görres allzu romantisch und konservativ, so daß er wenig Kontakt bekam. Eine Freundschaft verband Görres dagegen mit Alois Vock, dem katholischen Stadtpfarrer. Görres begann in dieser Zeit wieder regelmäßig die Gottesdienste zu besuchen. Dennoch sah er noch bis 1822 sein Ideal nicht in den Konfessionen, sondern im Christentum und träumte von einer Synthese von gefühlsmäßig betontem, mystischem Katholizismus und verstandesmäßigem, individualistischen Protestantismus ebenso wie Vock, der zum aufgeklärten Katholizismus gehörte.
Zu den anderen politischen Flüchtlingen in Aarau nahm Görres keinen Kontakt auf, da er einerseits mit radikalem, traditionsfeindlichem Liberalismus nichts zu tun haben wollte, andererseits abgestoßen war von politischer Reaktion. Seine eigene politische Position legte er 1821 in dem visionären Buch 'Europa und die Revolution' nieder, das er in 27 Tagen als Reaktion auf Aufstände in Spanien und Neapel schrieb. Die Revolution erscheint ihm darin als notwendige Entwicklungsstufe im dialektischen Weltprozeß, als Folge der verrotteten Zustände des Absolutismus. Aber durch sie sei alles durcheinander geraten und durch das napoleonische System noch eine Steigerung des revolutionären Chaos eingetreten. Vor allem durch die preußische Herrschaft sei es dann zur Entartung und Deutschvergessenheit gekommen, wodurch es für Deutsche kein Orientierungssystem mehr gebe. Die Deutschen könnten nur dann ihre alte Kraft und innere Sicherheit wiedergewinnen, wenn sie zu ihrer alten Religiosität zurückfinden könnten, die nicht im Widerspruch stehe zu rechter Politik und Philosophie.

 

Exil und Hinwendung zum Katholizismus - in Straßburg

Trotz dieser schriftstellerischen Tätigkeit und mancher geistigen Kontakte fühlte sich Görres in Aarau auf die Dauer zu abgeschieden. Er kehrte 1821 nach Straßburg in das von ihm früher bekämpfte Franzosenland zurück, wo er ab 1824 an der streng kirchlichen, katholischen Zeitschrift 'Katholik' mitarbeitete.
Warum Görres auf seinem langen Lebensweg schließlich zum Kämpfer für die katholische Kirche wurde, dafür gibt es viele Erklärungsversuche, er selbst hat seine Rückkehr zur Kirche nie erklärt. Gewiß hat sich Görres in dem katholisch geprägten Leben in Straßburg wohlgefühlt, sein Freund Clemens von Brentano wird ihn beeinflußt haben. Schließlich hat Görres, wie berichtet wird, nichts mehr von der Politik für die Nation erwartet, sondern nur noch von innerer Einkehr. Vielleicht hat Clemens von Brentano recht, wenn er meint, man könne von Görres sagen, er kratze sich theologisch, wo es ihn politisch jucke. Vermutlich hatte er sich aber von der Glaubenssubstanz der Kirche nie ganz entfernt, und sein früherer Kampf gegen die Kirche war eher gegen ihre politische Macht im Bündnis mit dem Absolutismus gerichtet. Daher rührte wohl auch seine damalige Forderung, der Staat solle durch seine Oberaufsicht dafür sorgen, daß die Kirche mit der Aufklärung Schritt halte. Später sah Görres das Verhältnis von Staat und Kirche anders, indem er das Erstgeburtsrecht der Kirche vor der weltlichen Macht betonte. Schon seine eigene Entscheidung für den Katholizismus, die er 1822 ausdrücklich gefällt hat, begründete er damit, daß es besser sei, "in religiösen Dingen an dem alten Bau, dessen Grundvesten vor so manchen Jahrtausenden noch vor der ersten Monarchie gelegt wurden, fortzubauen, als auf eigene Faust aus Stroh und Goldpapier ein eigenes Schwalbennest blos auf die Leibzucht zu bauen, das in der stürmischen Witterung wenig gehäuglich ist." - Auf jeden Fall bedeutete die Hinwendung zum Katholizismus für Görres keine Resignation, sondern einen neuen Ansatz, sich für das von ihm als richtig Erkannte einzusetzen.
Als Görres dann 1824 Mitarbeiter beim 'Katholik' geworden war, begann er einen harten Kampf gegen die Aufklärung und den Protestantismus, den er nun durch die preußischen Gegebenheiten eng mit der Politik verflochten sah und der die öffentliche Meinung manipuliere. Außer den durch die publizistische Tätigkeit erforderlichen Beiträgen, die den 'Katholik' auf ein höheres Niveau brachten und ihn zu einer wichtigen katholischen Zeitschrift in Deutschland machten, legte Görres in diesen Jahren in grundlegenden Schriften seine Sicht von Kirche und Staat dar: Die Kirche sei frei vom Staat, keiner Gewalt auf Erden dienstbar, die größte und reinste sittliche Verbindung, die es auf Erden je gegeben habe, zur Begründung und übung der Tugend, der Wahrheit und des Rechts. Der Staat unter einem rechten König von Gottes Gnaden solle nicht mehr heidnisch sein, Gottesrecht solle verwirklicht, Geistesfreiheit und das Heiligtum des Glaubens und der Sitte sollten geschützt werden. Religion sollte in das politische Leben hineinwirken. In diesen Straßburger Jahren schloß Görres u. a. auch seine Arbeiten am Heldenbuch vom Iran ab, das er dem Freiherren vom Stein, dem er gedanklich verbunden war, widmete, und er veröffentlichte in 'Der Dom von Köln und das Münster in Straßburg' alles, was er über gotische Baukunst zusammengetragen hatte, mit geschichtsphilosophischer Ausdeutung der Bauwerke.

 

Professor an der Universität - in München

Auf der Grundlage aller seiner Schriften wurde Görres 1827 auf den Lehrstuhl "eines ordentlichen Professors für Allgemeine und Litterärgeschichte" an der Universität München berufen. Diese Berufung, mit der Görres sein "sechstes oder siebtes" Leben beginnen ließ und die ihm die Rückkehr aus dem Exil nach Deutschland erlaubte, kam auf Betreiben von Freunden zustande. Man wollte dem aufklärerisch-protestantischen Norden Deutschlands das Monopol der Wissenschaften nehmen und suchte einen wortgewaltigen Sprecher für das katholische Deutschland. So ist es verständlich, daß der weltanschauliche Liberalismus in Görres sofort einen Gegner sah und man ihn in München teilweise heftig anfeindete. Aber auch die Erwartungen der christlichromantisch-konservativen Kreise erfüllten sich nicht. Als man den 'Katholik' nicht, wie beabsichtigt, nach München ziehen konnte, wurde mit der Zeitschrift 'Eos' ein Neuanfang gemacht, aber sie ging nach knapp zwei Jahren ein. Görres verlor damit seine stärkste Wirkungsmöglichkeit, seine publizistische Tätigkeit ging zu Ende.
Seine Lehrtätigkeit an der Universität München fand zunächst große Resonanz, obwohl sein mündlicher Vortrag als eintönig galt. Es gab begeisterte Anhänger von Görres wie entschiedene Gegner, die bei der Durchdringung und Deutung der Geschichte die Wissenschaft vermißten. Heinrich Heine erlebte Görres in München so:

... er ist eine Hauptstütze der katholischen Propaganda in München. Dort sah ich ihn vor einigen Jahren in der Blüte seiner Erniedrigung. ... und er sprach dann lang und langsam und langweilig, und von seinen mißmutigen Lippen fielen die monotonen Worte herab, wie trübe Regentropfen von einer bleiernen Dachtraufe.
Wenn manchmal die alte demagogische Wildheit wieder in ihm entfachte und mit seinen mönchisch frommen Demutsworten widerwärtig kontrastierte; wenn er christlich liebevoll wimmerte, während er blutdürstig hin und her sprang, dann glaubte man, eine tonsurierte Hyäne zu sehen.


Auf Görres' Neffen Ernst von Lassaulx machten die Vorlesungen einen ganz anderen Eindruck:

Ob seine Gliederung und Nachweisung jener ewigen Gesetze im einzelnen überall richtig und historisch wahr sei, weiß ich nicht: aber selbst wenn das Ganze nur ein großes Gedicht wäre, so ist die Dichtung doch so ungeheuer und erhaben, daß ich dafür gern einige nackte sogenannte materielle Wahrheiten hingeben will.

Weil Görres eben kein Wissenschaftler im eigentlichen Sinne war, gelang es ihm nicht, eine wissenschaftliche Schule zu gründen, auf dem Gebiet der Geschichte und Literaturgeschichte veröffentlichte er wenig. Auch die als Hauptwerk der Münchener Zeit angesehene 'Christliche Mystik' blieb trotz ihrer 1000 Druckseiten letztlich unvollendet und ist eher eine Darstellung des Weltbildes des alternden Görres als eine wissenschaftliche Leistung. Obwohl Görres gegen Ende seines Lebens über eine ungeheure Gelehrsamkeit und eine große Bibliothek verfügte, beanspruchten ihn die für ihn ungewohnten Tätigkeiten an der Universität mit Vorlesungen und Examina so sehr, daß er nicht zu dem kam, was er eigentlich machen wollte. Sein Haus in München wurde zum geselligen, etwas altväterlichen Mittelpunkt katholisch gesinnter Männer, Görres selbst aber fühlte sich in München doch nie recht heimisch.
Aus diesem geregelten Leben heraus griff Görres 1837 bis 1838 wieder mitten in eine politische Auseinandersetzung ein, als die preußische Regierung den Kölner Erzbischof Clemens August gefangen genommen hatte. Mit der für den Katholizismus wichtigen Schrift 'Athanasius' brachte er mit publizistischen Mitteln eine erste Massenbewegung für die Freiheit der Kirche zustande. Dabei ist der 'Athanasius' nicht eigentlich eine politische Tendenzschrift gegen das protestantische Preußen oder gegen den Protestantismus als Konfession. Görres richtet sich vielmehr gegen die absolutistische Allmacht des Staates mit seiner Bürokratie, der die Freiheit der Kirche bedrohe. Mit dem 'Athanasius' wollte Görres dem Frieden der Kirche und des Staates dienen. Darum wies er nunmehr die Trennung von Staat und Kirche als vewerflich zurück, diese seien zwar als in ihrem Wesen verschieden nicht voneinander ableitbar, jedoch in einer höheren Ordnung der Dinge zu gemeinsamem Gedeihen verbunden. Um des Friedens willen wollte Görres sogar die Oberaufsicht des Staates dulden, was zu entschuldigen sei, wenigstens in katholischen Staaten, da diese das Wesen der Kirche anerkennten. Aber er forderte die volle Realisierung der Religionsfreiheit und Gleichheit der Konfessionen. Natürlich dachte er dabei vor allem an die katholischen Rheinländer unter preußischer Herrschaft. Deutschland brauche Frieden unter den Konfessionen, um zu Friede und Einheit zu gelangen. Die unselige Spaltung in Konfessionen sah Görres manifestiert in der Nicht-Vollendung des Kölner Doms, den man als Zeichen der Versöhnung vollenden sollte.
Als 1838 die 'Historisch-politischen Blätter' als Zeitschrift der sich sammelnden politischen Freiheitsbewegung der deutschen Katholiken gegründet wurden, wobei Görres' Sohn Guido beteiligt war, veröffentlichte darin auch der alte Görres verschiedene Aufsätze, doch ist unklar, inwieweit er die geistige Richtung insgesamt noch bestimmte. Gesellschaftliche Anerkennung erfuhr er dadurch, daß er 1839 geadelt wurde.
Görres' Ietztes Lebensjahr 1848 stand schon unter den Schatten der Revolution. Vorgänge in der bayerischen Politik brachten es mit sich, daß der König zornig die "Ultrakirchlichen" aus dem Görres-Kreis von der Universität entfernte. Görres selbst wurde in Ruhe gelassen, sei es, daß er zu wenig in die Tagespolitik verstrickt war, sei es, daß der König ihn schonen wollte. Görres, dessen sonst immer robuste Gesundheit nun angeschlagen war, schwieg zunächst zu diesen Vorgängen, vielleicht aus Rücksicht auf den König. Aber im Winter 1847/1848 schrieb er sich in 'Aspecten an der Zeitwende. Zum neuen Jahre 1848' eine Vorhersage der Zukunft vom Herzen. Er sah die Zukunft bedroht von Radikalismus, Kommunismus und Proletariat. Eine dritte Revolution ziehe in Europa und Deutschland herauf. Aber trotz solcher pessimistischen Annahmen galt für ihn: Das Recht bleibe ungekränkt, gestern wie heute: immer dasselbe und unwandelbar. - Am 29. Januar 1848 starb Joseph von Görres.

 

Schlußbemerkung

überblickt man die verwirrende Vielfalt des Lebensweges von Görres, so mag man im Sinne einer mehr technischen Einteilung eine Gliederung seines Neffen, Ernst von Lassaulx, gelten lassen. Als junger Mann habe Görres für die Revolution geschwärmt und die Vereinigung des Volkes erhofft und sei enttäuscht worden, als Erwachsener habe er für die Erneuerung des Reiches deutscher Nation und für eine politische Neugestaltung gekämpft und sei darin erfolglos geblieben, als alter Mann habe er sich der Kirche hingegeben und von ihr eine Regeneration des geistigen Lebens erwartet (zumindest in politischer Hinsicht haben diese Erwartungen sich ebenfalls nicht erfüllt).
So richtig diese Einteilung ist, aus der auch hervorgeht, wie eng Görres' Lebensentwicklung mit den historischen und geistigen Entwicklungen und Umwälzungen seiner Zeit verbunden war, so wenig wird dadurch erfaßt, was das Besondere an Görres war. Warum soll denn eine Schule den Namen eines solchen Mannes tragen? Wie andere Befürworter (oder Gegner) von Görres könnte man sich eine bestimmte Phase seines Lebens herausnehmen und sich darauf beziehen. so wie etwa die 'Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft', die gegründet wurde zur Organisation der wissenschaftlichen Arbeit der deutschen Katholiken.
Wird man Görres aber damit wirklich gerecht? Versucht man nämlich umgekehrt einmal nicht, die Veränderungen, sondern das Gleichbleibende in Görres' Leben und Wirken in den Blick zu nehmen, dann stellt sich heraus, daß Görres ein Mensch war, der mit der prophetischen Gewißheit, daß das Ziel zu erreichen sei, für Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit für alle Menschen kämpfte. Auf der unermüdlichen Suche nach dem richtigen Weg entschied er sich zu verschiedenen Phasen seines Lebens für inhaltlich andere Lösungen, mit denen man sich mehr oder weniger identifizieren mag. Das für Görres Charakteristische und Besondere aber ist, daß die Notwendigkeit, einen humanen Zustand der Menschheit zu erstreben, für sein unermüdliches Handeln bestimmend war. Görres selbst war immer Partei und forderte, daß jedermann Partei ergreifen müsse. Diese Forderung versteht sich vor dem Hintergrund der unverzichtbaren Ziele, um die es ihm ging: Wahrheit, Recht und die durch Gesetze und Liebe geregelte Freiheit aller.
Daß eine Schule nach einem solchen Menschen, einem Vorkämpfer für solche Ziele benannt wurde, ist zumal im Rheinland ganz gewiß gerechtfertigt, allerdings bedeutet dieser Name auch eine große Verpflichtung für alle, die auf 'Görres' stehen und gehen.


* Wichtigste Quelle für die im Text erwähnten Fakten: H. Raab, Joseph Görres. Ein Leben für Freiheit und Recht. Auswahl aus seinem Werk, Urteile von Zeitgenossen, Einführung und Bibliographie, Paderborn 1978

Dr. phil. Anke Manuwald, Altphilologin und Mutter zweier ehemaliger Görres-Schülerinnen.
Dieser Artikel erschien in der Festschrift des Görres-Gymnasiums 1995.