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Kunst

Kunst-S2

 

Kunst S II

Der Lehrplan für Kunst in der Sekundarstufe II wird nachgereicht

© FK Kunst des Städt. Görres-Gymnasiums Düsseldorf

Kunst-S1

 

Kunst SI

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Pädagogischer Ansatz

Das allgemeine Ziel der pädagogischen Arbeit in der Schule besteht darin, sowohl Hilfen zur Entwicklung einer mündigen und sozial verantwortlichen Persönlichkeit zu geben, grundlegende Kenntnisse sowie Arbeitstechniken zu vermitteln, als auch Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken, zu fördern und zu erweitern.
Im Fach Kunst bietet insbesondere die bildnerische Arbeit jedem Schüler eine Hilfe zur Ausformung und Stabilisierung seinerPersönlichkeit. Um dies erreichen zu können, ist es für den Lehrer wichtig, mit der Wahl von Aufgabenstellung, Material und anzuwendender Technik auf die besondere, auch altersbedingte, intellektuelle, emotionale und bildnerische Lerndisposition der Schülergruppe im Ganzen und - soweit dies die Größe der Gruppe zuläßt - auch des einzelnen Schülers einzugehen. Voraussetzung einer angemessenen Wahl der Aufgabenstellungen ist eine sensible Beobachtungsgabe des Lehrers. Die Schülerpersönlichkeit wird so besonders ernst genommen. Eine verbindliche schulinterne Festlegung der Unterrichtsinhalte würde die Möglichkeiten, auf die Schüler zu reagieren, unangemessen einschränken. "Bezüge zur Lebenswirklichkeit der Schüler sind eine Voraussetzung für den Sinn eines Lerngegenstandes."(Zitat aus: Richtlinien und Lehrpläne, Kunst, Gymnasium Sek I) Auch die Möglichkeit, auf konkrete Anlässe reagieren zu können, die von außen auf das Schuldasein einwirken (Ausstellungen, Jubiläen, Zeitungsmeldungen usw.) ist nur dann gegeben, wenn man von einer schulinternen Festlegung der Unterrichtsinhalte absieht. So hat die Arbeit im Kunstunterricht häufig Projektcharakter. Die gemeinsame Vorbereitung eines Festumzuges zur 450-Jahrfeier unserer Schule und der gemeinsame Bau eines Karnevalswagens im Jubiläumsjahr stellten Höhepunkte in eben genanntem Sinne dar. Weitere Beispiele für projektorientierten Unterricht: Entwürfe für die Gestaltungder Pfeiler innerhalb der Pausenhalle, Gestaltung von Plakaten für Schulausstellungen, Bemalung der langen Schulhofmauer, Bauen von Modellsiedlungen aus Ton oder Pappe, Herstellen von Büchern, Bauen von Schattenspielfiguren oder Handpuppen zur Einübung eines Stückes usw. Auch zur Verwirklichung der vielfältigen Ideen fächerübergreifenden Unterrichtens ist Flexibilität in der Wahl der Unterrichtsinhalte notwendig.

Die Aufgaben im Kunstunterricht

Die Aufgabenstellungen in allen Jahrgangstufen sollen so beschaffen sein, daß sich die Schüler bei ihrer Lösung auf einer inhaltlichen (Was?), formalen (Wie?) und intentionalen (Warum?) Ebene bewegen, aus denen sie ein sinnvolles Beziehungsgefüge zu bilden haben. Dies führt zu einem persönlichen Lösungskonzept, das je nach Alter und Leistungsstand unterschiedlich komplex ausfällt. Dadurch wird verhindert, daß die Arbeiten weder in einen lebensfremden Formalismus abgleiten noch zu einer bildnerisch unsensiblen Illustration von Inhalten geraten. Darüber hinaus wird vermieden, daß der Schüler durch die Übernahme vorgeprägter Klischees auf die Entwicklung eigener Bildvorstellungen verzichtet. Ziel ist, das eigene Tun zunehmend differenzierter reflektieren zu lernen, im Vergleich mit den Ergebnissen anderer Schüler und in Auseinandersetzung mit dem, was die Kunstgeschichte uns an Beispielen liefert. Der theoretische Unterricht steht immer in einem Sinnzusammenhang mit der bildnerisch praktischen Arbeit. Dabei soll der Umgang mit verschiedenen Materialien und Medien und die damit verbundenen Ausdrucksmöglichkeiten erlernt, bewußt wahrgenommen und reflektiert werden. Bildnerisches Arbeiten soll als Ausdruck einer geistigen Grundhaltung begriffen werden, die geprägt ist durch die spezifische Lebensbedingung des Herstellers und durch übergeordnete soziokulturelle und geschichtliche Faktoren und Zusammenhänge.

Die besonderen Bedingungen für den Kunstunterricht am Görres-Gymnasium

1. Der Werkaspekt

Die langjährige Lehrtätigkeit von Fachkollegen mit zusätzlicher Ausbildung zum Werklehrer hat zu einer Erweiterung der bildnerischen Arbeit im Bereich des Werkens geführt. Der Fachbereich Kunst ist aufgrund dessen mehr als vergleichbare Schulen mit Werkzeug für Holz und Metallbearbeitung ausgerüstet, was immer wieder zum Einsatz kommt (z.b. Konstruktion beweglicher Figuren und Spielgeräte, persönlich gestaltete Lampen und Stühle, bildhauerische Arbeiten in Gips oder Holz, Arbeiten aus Draht und Blech usw.) Ein Brennofen im Keller ermöglicht, daß in allen Jahrgangstufen mit Ton gearbeitet werden kann, was der Vorliebe vieler Schüler für plastisches Gestalten sehr entgegenkommt.

2. Arbeitsräume

Zwei große helle Kunsträume im 3. Stock des Schulgebäudes ermöglichen in Verbindung mit einem geräumigen Speicherraum, in dem auch großformatige Arbeiten zwischen den Unterrichtsstunden gelagert werden können, ein breites künstlerisches Entfaltungsspektrum.In einem Werkraum im Keller können Arbeiten entstehen, die mit starker Schmutzerzeugung einhergehen, wie das bei keramischen Arbeiten oder beim Schnitzen oder Schneiden in Gips der Fall ist. Im Rahmen einer Projektwoche konnten in diesen Räumen schon große zum Gebrauch vorgesehene Möbel entstehen. Im Bereich des keramischen Arbeitens sind schon des öfteren Arbeitsgemeinschaften angeboten worden, was jedoch nur bei ausreichender personeller Besetzung im Fach Kunst möglich ist. Dazu kommt ein Fotolabor mit zehn Arbeitsplätzen. Auch die Fotografie wird immer wieder bei nicht zu großen Gruppen in die Unterrichtsarbeit einbezogen, noch häufiger wird das Fotolabor von vorher eingewiesenen Oberstufenschülern in Freistunden genutzt. Auch in diesem Bereich haben schon des öfteren Arbeitsgemeinschaften stattgefunden.

3. Die Lage unserer Schule / Unterricht im Museum.

Als Innenstadtschule verfügen wir über die seltene Möglichkeit, die umliegenden Museen und Ausstellungshallen (Kunstsammlung NRW, Kunsthalle, Kunstmuseum, Stadtmuseum, Filmmuseum, Hetjensmuseum usw.) als Unterrichtsorte mitbenutzen zu können, ohne den Unterricht anderer Fächer durch lange Fahrzeiten einzuschränken. Eine Doppelstunde reicht aus, um in der Kunstsammlung 3-4 Referate zu hören. Dieser Standortvorteil wird besonders in der Oberstufe regelmäßig genutzt. So werden durch sehenswerte Ausstellungen auch häufig Unterrichtsinhalte mitbeeinflusst. Je nach Unterrichtsinhalt werden auch ab und zu weiter entfernt liegende Museen angesteuert (Köln, Duisburg, Mönchengladbach, Arnheim). Eine Fahrradtour zur Insel Hombroich war schon häufig Teil des Oberstufenunterrichtes im Fach Kunst. Die Nähe der Kunstakademie Düsseldorf ermöglicht es, gemeinsam mit interessierten Gruppen die dortigen Rundgänge (Semesterabschlußausstellungen) zu besuchen. Ein Schülergespräch mit dem Kunstakademieprofessor Klapheck in dessen Atelier in der Akademie konnte schon einmal ausgesprochen erhellende Einsichten in einem Kurs mit dem Thema 'Surrealismus' vermitteln. Trotz der Innenstadtlage stehen für landschaftliche Studien auch reizvolle Parkanlagen an der Poststrasse, in einem 5-minütigen Fußmarsch erreichbar, zur Verfügung.

4. Architektur als Thema im Kunstunterricht

In nicht allzuweiter Entfernung der Schule befinden sich einige bemerkenswerte, qualitätvolle Beispiele von Architekturauffassungen unterschiedlicher Epochen. Diese helfen bei der Auseinandersetzung mit dieser Gattung und erleichtern das Erlernen der Architektur als Sprache ohne großen Aufwand am konkreten Beispiel . So hat die Architektur als Thema- Entwurf und Analyse/Interpretation - einen festen Platz im Kunstunterricht an unserer Schule.

5. Ausstellungen von Schülerarbeiten

Die vielfältigen und oft sehr erfreulichen Arbeiten unserer Schüler werden regelmäßig im Schulgebäude in Ausstellungen gezeigt.

6. Studienfahrten

Hinsichtlich der Studienfahrten unserer Leistungskurse hat sich ein sehr erfolgreiches Konzept entwickelt: Die Unterbringung erfolgte in schön gelegenen Selbstversorgerhäusern ( 1996 in der Toskana, 1997 in der Provence). In reizvoller landschaftlicher Umgebung konnte gemalt und gezeichnet werden. Kombiniert wurde die eigene praktische Arbeit mit Fahrten in die umliegenden Städte, die die Schüler durch kunstgeschichtliche Referate vorbereiteten. Neben den bildenden Künsten konnten abends auch die Kochkünste der Schülerinnen und Schüler erprobt werden. Für alle Beteiligten waren die Fahrten ein besonderes Erlebnis.

7. Die obligatorischen Unterrichtsinhalte in den einzelnen Jahrgangstufen (5 - 10)

Grundsätzlich werden in Einklang mit den Richtlinien die unterschiedlichen künstlerischen Verfahren: Zeichnen, Malen, Collagieren, Plastizieren und Bauen abwechselnd thematisiert, wobei die ästhetischen Kategorien Farbe, Linie, Fläche, Körper/Raum und Bewegung in unterschiedlicher Gewichtung mehrere Male während der Schülerlaufbahn ausdrücklich von Bedeutung sind.

Der Kunstunterricht in den Klassen 5 und 6 knüpft vornehmlich an eigene, sowohl reale als auch imaginierte, Erlebniswelten an. Dabei kommt es darauf an, die Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler zu intensivieren und ihre bildnerische Ausdruckfähigkeit zu differenzieren. Bei der sorgfältigen Einführung einer Aufgabe und der gemeinsamen Besprechung der Ergebnisse, wobei hin und wieder Beispiele aus der Kunstgeschichte als Anregung und Bezugsrahmen zum Einsatz kommen, werden erste Fachbegriffe vermittelt. Es geht in diesen Jahrgangstufen um das Erlernen von Fertigkeiten in den Bereichen Malen, Zeichnen, Bauen, Modellieren und Collagieren im Zusammenhang mit dem Formulieren von erlebnisorientierten Inhalten.

In den Jahrgangstufen 7 und 8 werden die Anforderungen komplexer. Beim Zeichnen kann schon genaueres Wiedergeben von Gesehenem (z.b. Selbstportrait) verlangt werden. Zur Darstellung von Körper- und Raumillusionen wird den Schülerinnen und Schülern der sichere Umgang mit Parallelprojektionen vermittelt, was ihnen später bei Architektur- oder Möbelentwürfen dienlich sein wird. Auch Licht und Schatten werden in einer noch vereinfachten, schematisierten Weise in die Raum- und Körperdarstellung miteinbezogen. Es können schon Planungsphasen erwartet werden, in denen die Schülerinnen und Schüler komplexere Lösungen erarbeiten. z.B. können bei der Gestaltung eines Plakates, der die Analyse eines professionellen Beispieles vorausgeht, bildnerische Mittel (zielorientierte inhaltliche überlegungen, Schriftgestaltung, Farbe, Komposition, Betrachterstandpunkt usw.) in einem sinnvollen Zusammenhang wirkungsvoll eingesetzt werden. Hierdurch wird der durch Medienkonsum bedingten schnellen und flüchtigen Bildrezeption ein verstehendes Schauen entgegengesetzt. Gleichzeitig können so schon auf einer leicht durchschaubaren Ebene Analysemethoden erlernt werden, die im kunstwissenschaftlich orientierten Oberstufenunterricht von Bedeutung sein werden.

In den Klassen 9 und 10 sollten die Fähigkeiten hinsichtlich naturalistischer Darstellungsmittel erweitert werden: Perspektive mit einem oder mehreren Fluchtpunkten, genau beobachteter Einsatz von Licht und Schatten, differenzierte Wiedergabe beobachteter Formen und Proportionen usw. Zudem sollte der Einsatz dieser Darstellungsmittel reflektiert und verstanden werden als eine Möglichkeit unter vielen. In diesem Alter können von den Schülern komplexe Planungsvorgänge erwartet werden, bei denen sie bildnerische Mittel in sinnvoller Weise aufeinander abstimmen. Solches kann z.B. bei der Bearbeitung einer Designaufgabe geschehen; dabei durchläuft die Entwurfsarbeit die Phase des freien Skizzierens, der Anfertigung maßstabsgetreuer Pläne bis hin zum Bau von Modellen in Verbindung mit der Abfassung eines Erläuterungsberichtes.

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